Spritzgebäck mit Hirschhornsalz - Biskot Naschader

Dieses Gebäck wird jetzt in den letzten Ramadantagen in so ziemlich jedem ägyptischen Haushalt gebacken, um es am Fest zum nahenden Ende des Fastenmonats zu essen.
Bei meiner Schwiegerfamilie wird dieses leckere ägyptische Spritzgebäck körbeweise gebacken und ich persönlich mag es viel lieber als Kakh oder andere Eid-Kekse.
Es hält sich monatelang und die Vorräte reichen meistens bis zum großen Fest, das 70 Tage nach dem Ende des Ramadans stattfindet.

Jetzt endlich, nach über 20 Jahren, habe ich die "Geheimzutat" herausgefunden, die dieses Spritzgebäck von dem, was wir in Deutschland zu Weihnachten backen, unterscheidet.
Es stellte sich nun heraus, dass diese Geheimzutat etwas ist, was ich jedes Jahr extra aus Deutschland nach Ägypten mitbringe, um im Advent Lebkuchen zu backen und die deshalb immer bei mir im Küchenschrank vorrätig ist. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es diese Zutat überhaupt in Ägypten gibt, geschweige denn, dass sie jeder Haushalt kennt und benutzt, ohne dass ich es in 20 Jahren mitbekommen habe!

So richtig geheim ist die Zutat natürlich nicht wirklich, da dieses Gebäck sogar nach ihr benannt ist!! Im Rezepttitel steht ja schon, dass es sich bei dieser Zutat um Hirschhornsalz handelt, auf arabisch Naschader نشادر. Tja, da stand ich ziemlich lange auf dem Schlauch, oder? Insbesondere, wenn man die Mengen, die ich über die Jahre von diesen Keksen gegessen habe, berücksichtigt! Jetzt fehlt nur noch, dass es auch Pottasche in Ägypten gibt?! ;) 

Weihnachtliches Backen ist meine Leidenschaft und ich habe deshalb einen zweiten Blog nur zu diesem Thema. Dieses Rezept wird eines der wenigen Rezepte sein, das auf meinen beiden Blogs gleichermaßen passt, denn bei meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass früher auch bei uns Hirschhornsalz im Spritzgebäck verwendet wurde, als es noch kein Backpulver gab! In der Evolutionsgeschichte von Plätzchen stehen diese Biskot Nashader also ziemlich am Anfang und sind vielleicht quasi der gemeinsame Vorfahre von Festtagskeksen in Ägypten und Deutschland! Sie schmecken auch so ziemlich jedem!

Das Hirschhornsalz macht das Spritzgebäck ganz besonders luftig, mürbe und zart. Je nach Geschmack können die Kekse mit etwas Orangenschalenabrieb und/oder Zimt verfeinert werden, original "baladi" sind sie aber nur mit etwas Vanillezucker. Da sie gerne in Tee getunkt werden, brauchen sie keinen starken Eigengeschmack.

Geformt wird dieses Gebäck am besten mit einem Fleischwolf mit Gebäckvorsatz, wie z.B. an meiner Bosch Mum. Die Arbeit geht am besten zu zweit. Einer steckt den Teig oben rein und der andere legt die Plätzchen aufs Blech mit Backpapier.

Alternativ kann auch mit einem Spritzbeutel  mit Sternbandtülle gearbeitet werden.

Vorsicht beim Öffnen des heißen Backofens, es kommt ein starker Ammonium-Gestank, wie im Chemielabor, heraus!

Zutaten:

850 g Mehl
300 g Zucker
225 g weiche Butter
4 Eier
100 ml warme Milch
1 EL Vanille
Prise Salz
2 TL Backpulver
1 EL Hirschhornsalz

Zubereitung:

1. Butter und Zucker schaumig rühren. Vanille hinzufügen.
2. Eier hinzufügen, gut vermischen.

3. Hirschhornsalz in warmer Milch auflösen. Das Zischen ist normal.

4. Die Hälfte des Mehls mit Backpulver zufügen, dann Milchgemisch und restliches Mehl. Eventuell etwas weniger oder mehr Mehl hinzufügen. Der Teig soll formbar sein, aber weicher als Mürbeteig.

5. Gut vermischen und 30 Minuten ziehen lassen.

6. Mit dem Fleischwolf oder mit dem Spritzbeutel Kekse auf das Backblech mit Backpapier spritzen. Mit einer Schere schneiden.

7. Bei 190° C auf mittlerer Schiene im Backofen etwa 20-25 Minuten backen, bis es anfängt goldgelb zu werden.

Vorsicht, die Kekse können schnell von unten anbrennen. Der beißende Gestank ist normal.

Falls du froh bist, dieses Rezept hier gefunden zu haben, hinterlasse doch bitte einen Kommentar. Ich freue mich darüber! Danke!

Frohes Fest - Eid Said!!

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